IG Nord - für eine gerechte Luftfahrtpolitik
 

Keine Lärmkanalisierung im Norden

Bülach, 18.06.2014: Der Flughafen Zürich richtet in den nächsten zwei Monaten am Wochenende während der Sperrzeiten über Deutschland sämtliche Starts unabhängig vom Flugziel ausschliesslich nach Norden aus. Unter dem Vorwand eines Testbetriebs aus Sicherheitsgründen werden dadurch zusätzliche Flugbewegungen in den lärmsensiblen Randstunden von 7 bis 9 Uhr über den Norden gelenkt. Die Gemeinden im Norden des Flughafens tragen als traditionelle Anflugregion schon heute einen Grossteil des Fluglärms und wehren sich gegen eine weitere Kanalisierung.


Die IG-Nord hat am Freitag, 13. Juni, via Communiqué erfahren, dass der Flughafen per sofort eine zweimonatige Testphase einführt, während der am Wochenende innerhalb der Sperrzeiten alle Flugzeuge nach Norden abheben werden. „Es erstaunt mich, dass uns der Flughafen nicht vorgängig informiert hat. Denn der Testbetrieb bringt eine erhebliche Mehrbelastung für die Gemeinden im Norden mit sich“, sagt Hanspeter Lienhart, Präsident der IG-Nord. 

Die zusätzlichen Nordstarts haben es in sich. Zwischen 7 und 9 Uhr werden am Wochenende künftig alle Flugzeuge Richtung Norden starten. Das sind am Samstag und am Sonntag je rund 30 zusätzliche lärmintensive Flugbewegungen in den sensiblen Randstunden. Der Norden trägt heute schon die Hauptlasten des Flughafens. „Der Bevölkerung im Norden des Flughafens wurde am ersten Testwochenende bereits vor Augen geführt, was es heisst, den Fluglärm zu kanalisieren. Die IG-Nord wird sich mit aller Kraft gegen eine schrittweise Überführung vom Test- in den Normalbetrieb wehren“, so Lienhart.

Mit der Beschränkung auf eine Achse gibt der Flughafen benötigte Kapazitäten Preis, wie er gemäss Mitteilung selber zugesteht. Das wirft Fragen auf. Denn ein einachsiger Betrieb kann langfristig auf einer Piste nicht bewältigt werden. „Zwar hat das BAZL das Konzept der Parallelpisten versenkt, vielleicht hat der Flughafen seine diesbezüglichen Pläne noch nicht begraben“, sagt Lienhart.

Die IG-Nord wird den Testbetrieb weiterhin kritisch verfolgen.

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