IG Nord - für eine gerechte Luftfahrtpolitik
 

SIL-Prozess

Im Rahmen des sogenannten Sachplans Infrastuktur Luftfahrt werden die Rahmenbedingungen für den Betrieb auf dem Flughafen Zürich für die nächsten Jahrzehnte verbindlich festgelegt. Der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland hat Auswirkungen auf den laufenden SIL-Prozess.

Die Ausdehnung der Flugsperrzeiten über deutsches Gebiet an den Wochentagen zwischen 18 und 6.30 Uhr und an den Wochenenden zwischen 18 und 9 Uhr bedeutet, dass mindestens 20‘000 Anflüge zusätzlich über Schweizer Gebiet erfolgen müssen. Noch nicht bekannt sind die Veränderungen der Lärmwertkurven aufgrund der vom Bund und Flughafen verlangten Verlängerungen der Pisten 28 und 34. Obwohl die IG-Nord-Gemeinden direkt betroffen sind, wurden sie bisher nicht zur Anhörung eingeladen!

Die IG-Nord-Gemeinden fordern Mitsprache bei der Neubeurteilung des SIL-Verfahrens

Die IG-Nord-Gemeinden haben sich entschieden, sich mittels eines rechtlichen Gesuches beim BAZL Gehör zu verschaffen. Die Umsetzung des Staatsvertrages darf nicht über die Köpfe der lärmbetroffenen Gemeinden hinweg geführt werden.Die Möglichkeit einer sinnvollen Siedlungsentwicklung muss garantiert sein und die Wohnqualität erhalten bleiben. Darauf hat das SIL-Objektblatt Rücksicht zu nehmen.

Keine Verlängerung der Pisten

Die Absicht vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und vom Flughafen Zürich für Pistenverlängerungen zielt auf eine Wachstumsstrategie ab. Das heutige Pistensystem lässt gut 350‘000 Flugbewegungen pro Jahr zu.

Pistenverlängerungen sind weder betrieblich notwendig noch für die Umsetzung des Staatsvertrages erforderlich. Mit heute 270‘000 Flugbewegungen pro Jahr ist die Kapazitätsgrenze noch lange nicht erreicht!

Für einen leistungsfähigen Flughafen Zürich ist die maximale Bewegungszahl zur Bewältigung der Hub-Spitze entscheidend. Die IG-Nord verlangt, dass während diesen Spitzenzeiten das Abflugverfahren „straight out 16“ – Geradeausstarts über den Süden – in das SIL-Objektblatt aufgenommen werden soll. Dieses Verfahren würde auch die Sicherheit im Flugbetrieb steigern. Damit ist dem Betrieb mehr gedient als mit teuren und unnötigen Ausbauten am Pistensystem.

Gegen Kanalisierung der Flugbewegungen im Norden

Bereits heute haben die Nordgemeinden einen erheblichen Teil der Lärmimmissionen des Flughafens Zürich zu tragen. Es steht fest, dass durch die neu zu verteilenden 20‘000 Landeanflüge die Nordgemeinden mit vermehrten Landungen und vor allem Starts zusätzlich belastet werden. Die IG-Nord fordert daher eine möglichst faire Verteilung der Flugbewegungen. Um dieses Ziel zu erreichen, kann der Süden nicht einfach weiter aus politischen Gründen vom SIL-Prozess ausgeblendet werden!

Gekrümmte Nordanflüge

Obwohl mit gekrümmten Nordanflugverfahren keine Kapazitätserhöhung erzielt werden kann, wollen Bund und der Kanton Zürich die gekrümmten Nordanflüge aus West- oder Ostrichtung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Staatsvertrages einführen. Ihnen geht es vor allem um eine Entlastung des Südens. Die IG-Nord steht der Einführung mit grosser Skepsis gegenüber. Auch Fachleute und Piloten lehnen die gekrümmten Nordanflüge aus Machbarkeits- und Sicherheitsgründen ab. Sollten gekrümmte Nordanflüge realisiert werden, so verlangt die IG-Nord eine entsprechende Reduktion bei den Starts.

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Mit der heute vom BAZL erteilten Teilgenehmigung für das Betriebsreglement 2014 der Flughafen Zürich AG wird der Fluglärm spätabends verstärkt im Norden kanalisiert. Die Belastung der Bevölkerung wird künftig durch noch mehr Starts von schweren Maschinen nach Norden und tiefere Flugrouten gerade in den lärmsensiblen Nachtstunden spürbar zunehmen.

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